„In unserem Staat entscheiden doch die da oben, wir Bürger sind doch gar nicht gefragt. Politische, ökonomische und soziale Zusammenhänge lassen sich nur schwer durchschauen und Lösungen für gesellschaftliche Fragen lassen sich nicht einfach finden. Daher beschäftige ich mich nicht (mehr) mit Politik.“

Beitrag für das Verstehen gesellschaftlich-demokratischer Wirklichkeit

Diese und ähnliche Ansichten hören wir Politiklehrerinnen und Politiklehrer häufiger im Unterricht. Sie motivieren uns, die Bedeutung des Faches klar herauszustellen. Die Fächer Politik/Wirtschaft (in der Sekundarstufe 1) und Sozialwissenschaften (in der Sekundarstufe 2) wollen einen Beitrag zur Entwicklung von Kompetenzen, die für das Verstehen gesellschaftlicher Wirklichkeit sowie für das Leben und die Mitwirkung in unserem demokratisch verfassten Gemeinwesen benötigt werden, leisten (vgl. Politik/Wirtschaft, Lernlehrpläne für das Gymnasium – Sek 1 in NRW, S. 7). Wir Politiklehrerinnen und Politiklehrer gehen davon aus, dass jeder Bürger in unserer Gesellschaft gefordert ist, das gesellschaftliche Miteinander zu gestalten und sich aktiv an der Entwicklung unserer Gesellschaft zu beteiligen. Dazu soll auch der Politik- und Sozialwissenschaftsunterricht an unserer Schule beitragen. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei folgende Kompetenzen erwerben: Sachkompetenz, Methodenkompetenz, Urteilskompetenz und Handlungskompetenz.

Unterricht und Projekte

Durch die Auswahl aktueller Themen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wollen wir die Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, sich in ihrer Lebenswirklichkeit zu orientieren sowie kompetent zu urteilen und zu handeln. Die Schülerinnen und Schüler erwerben dabei Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenz. Der Politik-/Wirtschaftsunterricht beginnt in der Jahrgangsstufe 5 und findet danach in den Jahrgangsstufen 7 und 9 statt. In der Sekundarstufe 2 können die Schülerinnen und Schüler Grund- und Leistungskurse im Fach Sozialwissenschaften wählen. Dabei ist das Fach in der Oberstufe so angelegt, dass die Teildisziplinen Wirtschaftswissenschaften, Politologie und Soziologie integriert werden. Neben dem Fachunterricht bieten die Fachlehrer regelmäßige Projekte an. Wir beteiligen uns u.a. an den Wettbewerben der Bundeszentrale für politische Bildung, am Börsenspiel der Sparkassen, am Dialog mit der Jugend des Initiativkreises Ruhr und an dem Projekt der F.A.Z. „Jugend und Wirtschaft“. Zusätzlich findet eine AG „Wirtschaftswissenschaften“ und eine AG „Rechtskunde“ statt, die jeweils durch engagierte Eltern geleitet werden. In jedem Schuljahr wird ein Differenzierungskurs Politik/Geschichte angeboten und eingerichtet.

Im Unterricht bemühen wir uns, die Schülerinnen und Schüler durch die Auswahl aktueller Themen, die Verwendung verschiedener Aktions- und Sozialformen (u.a. Durchführung von Rollen- und Planspielen, Pro-Contra Diskussionen), die Einladung verschiedener Gäste aus Politik (Abgeordnete des deutschen Bundestags) und Wirtschaft und die Durchführung von Exkursionen (z.B. in das Dortmunder Rathaus) die Schülerinnen und Schüler zu motivieren, sich mit gesellschaftlichen Fragestellungen zu beschäftigen. Das Fach hat einen bedeutenden Stellenwert an unserer Schule, was auch daran zu erkennen ist, dass  regelmäßig Leistungskurse eingerichtet werden. Viele Schüler wählen das Fach Sozialwissenschaften zusätzlich als drittes oder viertes Abiturfach.

Stärkung des Wirtschaftsunterrichts

Die Entscheidung des Landes, den Wirtschaftsunterricht zu stärken, hat dazu geführt, dass wir in über 80 Unterrichtstunden  ökonomische Themen in der Sekundarstufe 1 behandeln. Die Betonung der ökonomischen Bildung wird auch in der Oberstufe fortgesetzt. So stehen beispielsweise die Wirtschaftspolitik und die ökonomischen Folgen der Globalisierung in der Qualifikationsphase 1 im Mittelpunkt des Unterrichts. Als christliche Schule beschäftigen wir  uns in unserem Fach aber auch mit den sozialen Veränderungen, die unsere Gesellschaft prägen. Das Zusammenleben der Menschen in einer zunehmend von Unsicherheiten und durch die Individualisierung und Globalisierung  geprägten Welt wird intensiv thematisiert. Dabei werden die Prinzipien der christlichen Soziallehre als wesentliche Handlungsmaxime für individuelles und gesellschaftliches Handeln in den Unterricht einbezogen. Unsere Verantwortung für die Umwelt, für Menschen in den Ländern des Südens oder auch für die Gestaltung der gemeinsamen europäischen Zukunft bilden in der Oberstufe weitere Themen des Unterrichts. Neben der Sach- , Methoden- und Handlungskompetenz ist uns die Urteilskompetenz besonders wichtig. Die Schülerinnen und Schüler sollen gesellschaftliche, politische und ökonomische Entwicklungen – auch kritisch – hinterfragen und beurteilen können. Sie sollen dazu befähigt werden, Verantwortung für ihr Leben und für die Zukunft unserer Gesellschaft zu übernehmen.