Schüler setzten sich mit Leben im Slum auseinander

Kräftig wurde im Mallinckrodt-Gymnasium gehämmert und gesägt. Auch die Heißklebepistole lief voll auf Betriebstemperatur. Schließlich wurde in den siebten Klassen an mehreren Tagen wieder das Erdkunde-Projekt durchgeführt (9./10./16./17.04.2018). Von diesem lehrreichen Projekt, das Unterricht auf eine ungewohnte Weise boten, berichten Paul Herbst und Max Wallinda (7a):

Es wurde gesägt und geklebt.

Die Tür ging auf, Anja Faber stand vor uns. Sie ist bei der Organisation Shangalia beschäftigt, die sich für Straßenkinder in Nairobi einsetzt. Shangalia ermöglicht eine Schulausbildung und somit einen Perpektivwechsel für die Kinder und Jugendlichen, die in den Slums von Nairobi leben.

Glück entscheidet sich bei Geburt

„Das Glück, nicht in Armut zu leben, entscheidet sich schon bei der Geburt“, betonte Anja Faber. „Wir sollten dankbar sein, dass wir in Deutschland geboren sind.“ Über den Beamer zeigte sie uns eindrucksvoll das Leben im Slum. Nicht gedeckte Grundbedürfnisse, die zur existenziellen Bedrohung führen, wurden anschaulich dargestellt. Die Klasse wirkte bestürzt und nachdenklich. Das Bewusstsein wurde von der nachfolgenden Gruppenarbeit gestärkt.

Mit diesem Wissen ging es an die Werkbank. Aus vorhandenem und mitgebrachtem Müll aller Art bauten wir kleine Slum-Hütten. Wir sägten und klebten, was das Zeug hielt. Eine kleine Gruppe aus Schülerinnen malten mit Farbe und Pinsel filigrane Linien, die später die Skyline von Nairobi darstellen sollte. Wir arbeiteten ehrgeizig an unseren Werken und waren am Ende stolz auf das, was wir geschaffen hatten. Als dann das Klingeln ertönte, was uns das Ende des Tages brachte, blickten wir mit neuen Augen auf die Welt.

Aus Müll wurden Slum-Hütten nachgebaut.