Ziele des Sozialpraktikums

Das Mallinckrodt-Gymnasium führt seit 1999 in der Jahrgangsstufe 9 zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres ein zweiwöchiges Sozialpraktikum durch. Das Sozialpraktikum stellt einen wesentlichen Baustein des „Compassion-Projekts“ des Mallinckrodt-Gymnasiums dar. Compassion bedeutet u.a. Mitleidensfähigkeit, Zuwendung zu den Ausgegrenzten, Entwicklung von Mitgefühl und Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe und Einfühlungsvermögen und soziale Sensibilisierung. Die Schülerinnen und Schüler sollen während ihrer Schulzeit soziale Einsichten entwickeln, die Notwendigkeit sozialen Engagements erkennen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Die Schülerinnen und Schüler, die beispielsweise behinderte Kinder in einer Grundschule betreuen, die mit Demenzerkrankten spielen oder im Dortmunder Gasthaus Obdachlosen ein Frühstück zubereiten, erfahren, die Notwendigkeit und den Sinn der Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung. Zusätzlich wird ihre Persönlichkeitsentwicklung durch Verantwortungsübernahme und Mitwirkung gefördert. Es geht also nicht nur darum, etwas Soziales oder Gemeinnütziges geleistet zu haben, sondern auch darum, für sich selbst gelernt zu haben, sich einzubringen, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen und sein gesellschaftliches Umfeld mitzugestalten.

Unsere Schülerinnen und Schüler müssen im Sozialpraktikum zuhören, mitwirken, helfen, unterstützen und für andere Menschen dar sein. Sie setzen sich ein für Menschen, die Unterstützung bedürfen. Dabei erfahren sie, wie wichtig ihre Hilfe ist. Das Sozialpraktikum fordert die Schülerinnen und Schüler psychisch sehr. Entscheidend ist daher die Vorbereitung und Verankerung des Sozialpraktikums im Unterricht. Die Schülerinnen und Schüler müssen intensiv auf das Praktikum und auf die vielen z.T. schwierigen Situationen vorbereitet werden. Diese Vorbereitung übernehmen die Religionslehrerinnen und Religionslehrer, die in den Wochen vor dem Sozialpraktikum die Schülerinnen und Schüler mit den Themen „Altwerden, Krankheit, Behinderung, Vereinsamung und Sterben“ konfrontieren. Dabei versuchen sich die Jugendlichen in die Rolle von älteren, kranken oder behinderten Menschen zu versetzen. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei erkennen, wie und wodurch das Leben vieler Menschen beeinträchtigt ist. Im eigentlichen Praktikum werden die Schülerinnen und Schüler von den Lehrern der Klasse betreut. Nach dem Sozialpraktikum werden die Erfahrungen im Religionsunterricht auswertet.

Organisation des Sozialpraktikums

Die Schülerinnen und Schüler wählen sich aus einem Pool von über 50 Einrichtungen eine Einrichtung aus, die sie persönlich interessiert. Folgende Einsatzbereiche werden angeboten: Alten-  und Pflegeheime, Krankenhäuser, mobile Sozialdienste (Alten- und Krankenpflege), integrativ arbeitende Kindergärten, Kinderhorte, Kinderheime, Obdachlosenbetreuung, Einrichtungen der  Behindertenhilfe (Werkstätten, Wohnungen, Schulen). Nach Verteilung der Praktikumsplätze durch die Schule stellen sich die zukünftigen Praktikanten in den Einrichtungen vor und besprechen, was sie in den 2 Praktikumswochen machen werden. Während des Sozialpraktikums sind die Schülerinnen und Schüler ganztägig in den Einrichtungen. Hier werden sie gezielt von den Praktikumsanleitern der Einrichtungen und von den Fachlehrern der Klasse betreut. Damit die Schülerinnen und Schüler gezielter auf bestimmte Bereiche achten, erhalten sie einen Beobachtungsbogen und schreiben eine längere Hausaufgabe über ihre Erfahrungen im sozialen Bereich.

Das Sozialpraktikum wird von den Schülerinnen und Schülern überdurchschnittlich positiv bewertet. Die Praktikanten kommen mit vielen Erfahrungen aus dem Praktikum zurück. Sie berichten häufig darüber, dass sie gebraucht worden sind und dass es ihnen gelungen ist, Menschen mit einfachen Mitteln zu helfen. Sie erkennen, wie wichtig soziales Engagement ist.

Stimmen zum Sozialpraktikum

  • „Das Sozialpraktikum war eine echte Herausforderung für mich. In den ersten Tagen war ich sehr angespannt. Am Ende freue ich mich, dass ich die Herausforderung gemeistert habe.“
  • „Ich habe viel gelernt, über behinderte und ältere Menschen, aber auch über mich.“
  • „Man lernt sein eigenes Leben zu schätzen.“
  • „Ich war überrascht, dass ich trotz meines geringen Alters und meiner geringen Fähigkeiten in meiner Einrichtung gebraucht wurde.“